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Glück

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                                  Was macht glücklich?

Wie sieht ein glücklicher Mensch aus?
Ein Mensch im Glückszustand fällt durch sein aufgeschlossenes Verhalten auf.
Er ist freundlich, impulsiv, spontan, flexibel und produktiv.
Er sieht sich selbst in der Lage Berge zu versetzen.

Geld, Konsum, Macht und die Aussicht auf ein hohes Lebensalter machen nicht glücklich.
Materielle Dinge machen nicht dauerhaft glücklich - lediglich der Kitzel des Kaufens und die damit verbundene Dynamik von
Emotionen machen kurzfristig glücklich. Es gibt da auch den Hintergrund dass materielle Güter mein Ich erweitern und als
sichtbare Zeichen meines Geschmacks erscheinen.
Es heißt sogar dass materielles Streben einen dauerhaften Zustand der Unzufriedenheit erzeugt.

Aber was macht dann glücklich?
Alexander Lowen meint dazu:

Glück ist das Bewusstsein des Wachsens.” Anders formuliert:
Glück ist notwendigerweise mit einer Erweiterung, einer Steigerung unserer Existenz verbunden.

Eine Redewendung, die vermutlich auf Goethe zurückgeht lautet:
“Nichts ist schwerer zu ertragen als eine Reihe von guten Tagen.”
Und auch Freud meinte:
“Wir seien so eingerichtet, dass wir nur den Kontrast intensiv genießen können, den Zustand nur sehr wenig.”
Was bedeutet, dass sich intensive Glücksgefühle nur mit solchen Erfahrungen, die über das hinausgehen, was wir bereits
als existenziell gesichert betrachten.

Precht meint:
- Da wäre als wichtigstes die Beziehungen zu anderen Menschen (Beispiel: Harmonie oder gar die Verliebtheit).
- Als zweites das Gefühl etwas Nützliches zu tun (Beispiel: das Gefühl eines grossen Erfolgs).
- danach werden noch Freiheit, Gesundheit, Sexualität, Essen und Sport genannt.

Michael Schmidt-Salomon meint dazu in seinem Buch “Jenseits von Gut und Böse”:
Um sein Lebensglück optimal zu fördern, sollte man sich das beste aus drei Lebensstilen zusammenmischen.
Die drei Lebensstile sind:
- Das hedonistische Leben: Glück als Genuss angenehmer lustbetonter Dinge bei gleichzeitiger Vermeidung lustfeindlicher Faktoren.
- Das sinnerfüllte Leben, in dem man vor allem nach tieferem Lebenssinn strebt und danach, die eigenen Tugenden und
 Charakterstärken in den Dienst einer höheren Sache zu stellen.
- Das aktive Leben, in dem die Vervollkommnung der eigenen Fähigkeiten und Interessen im Vordergrund steht,
 zum Beispiel das Engagement im Beruf, der ‘Flow’ in künstlerischen und kulturellen aktivitäten - im Grunde die gute alte
 Selbstverwirklichung.

Glückshormone und Dauerhaftigkeit:
Glücksgefühle kommen durch Glückshormone (Serotonin und Dopamin) zustande.
Diese können aber nicht permanent wirken - die Rezeptoren im Gehirn stumpfen nach einer Weile ab. Und dies ist auch gut so, denn
zu grosser Überschuss an Dopamin führt zu Besessenheit, Machtrausch, Grössenwahn und Irrsinn.
Und ein Überschuss an Serotonin macht gleichgültig.

Zufriedenheit:
Glück und Zufriedenheit sind nicht identisch. Der Zufriedenheit sollte man höchstens die Bedeutung
 “dauerhafte Schwundstufe des Glücks” beimessen. Sie ist eher eine Einstellung älterer Menschen, die jüngeren Menschen kaum
als Lebensweisheit schmackhaft gemacht werden sollte.

Was also ist Glück?

 Glück ist eine Angelegenheit des individuellen Genusses des Erreichens bestimmter Dinge aus einer persönlich individuellen Liste
 der erstrebenswerten Ziele und Sehnsüchte für ein sinnerfülltes Leben.

 

Jeder kann und muss sein Glücklichsein selbst aktiv herstellen!

  • Es geht darum stabile Strategien zu entwickeln, um nicht fortwährend von schnellen Kicks abhängig zu sein. Es reicht nicht aus, keine
    Schmerzen, keinen Stress und keine Sorgen zu haben um glücklich zu sein.
     
  • Schärfe deine Sinne und sei aktiv. Unser Gehirn dürstet danach beschäftigt zu werden andernfalls folgt schlechte Laune -> Unlust->
    Antriebslosigkeit -> Depression. Deshalb: treibe Sport, durchbreche Routinen, sei aktiv und sorge für neue Eindrücke!
     
  • Suche neue Freundschaften, arbeite daran, pflege und vertiefe sie. Sorge dafür dass du gemeinsame Erlebnisse mit anderen hast.
     
  • Hab eine gute Partnerschaft und sorge dafür dass Sex nicht etwas seltenes ist. Lebe gesellig und verträglich mit den anderen.
     
  • Lerne dich zu konzentrieren. Mache das was du machst intensiv - versenke dich. Mach das was du machst ganz oder gar nicht!
     
  • Sorge dafür dass deine Erwartungen realistisch sind. Überfordere aber unterfordere dich auch nicht - beides macht unglücklich!
     
  • Lerne die vielen kleinen Momente des Lebens ebenso auszukosten wie die grossen
     
  • Sorge dafür dass du positive Gedanken hast. Es ist dir (zumindest in einem gewissen Rahmen) selbst überlassen wie du die Ereignisse
    bewertest.
    Das kann man trainieren. Es ist schwer aber es ist möglich. Während eines Gefühls, oder im unmittelbaren Anschluss daran,
    seine Empfindungen einzuordnen und zu relativieren, ist eine grosse, gleichwohl erlernbare Kunst.
     
  • Baue deine Ängste ab. Zukunftsängste sind unnötig.
     
  • Gehe gelassener mit deinem Unglück um. Manche Krise führt zu besseren Neuanfängen. Alles hat seinen Sinn.
     
  • Zuviel Ehrgeiz ist nicht gut - Schränke deine Luxusbedürfnisse nach Geld und Besitz und sogar allen äusseren Dingen ein.
     
  • Diese Welt ist in steter Veränderung. Glücklich ist, wer sie friedvoll einfach nur betrachtet.
  • “Der Kern des Glücks ist, der sein zu wollen, der du bist" meinte zum Beispiel Erasmus von Rotterdam.
     

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