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Liebe

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Was ist Verliebtheit und was ist Liebe?

Was ist Verliebtheit? Verliebtheit wird zu einem großen Teil durch Biochemie bestimmt.
Die Hauptrolle spielt das Oxytocin. Seine Rezeptoren haben wichtigen Einfluss auf die Bindungslust und Bindungsfähigkeit. Aber auch
die anderen Botenstoffe wie Noradrenalin, Dopamin, Serotonin, Endorphin und Cortisol spielen mit.
Nach durchschnittlich 3 bis 12 Monaten ist dieser Spuk jedoch naturgegeben vorbei.

Was ist Liebe? Liebe ist eine spezielle Art von menschlicher Kommunikation!
Diese spezielle Kommunikation ist ein “Austausch von Erwartungen”
Der Satz “Ich liebe dich.” ist weit mehr als eine Gefühlsäußerung wie etwa der Satz “Ich habe Magenschmerzen”. Gemeint ist ein
ganzes System von Versprechen und Erwartungen. Wer seine Liebe versichert, verspricht, dass er sein Gefühl für zuverlässig hält
und dass er für den Geliebten Sorge trägt. Dass er also bereit ist, sich wie ein Liebender zu verhalten mit all dem, was dies in den
Augen des anderen in unserer Gesellschaft bedeutet.
Liebende stimmen ihre Erwartungen aufeinander ab.

Der Mensch in der Gesellschaft sehnt sich nach Identität. Er möchte in den Spiegel schauen und sagen können “das bin ich”.
Er sehnt sich nach einer Bestätigung, worin er sich als Ganzes erfährt, eben als Individuum.
Nur ist das eben in der modernen (Industrie-)Gesellschaft kaum möglich. Er erfüllt eine Rolle als Familienvater oder -mutter,
Ehemann oder -frau. Er erfüllt eine Rolle im Beruf, er ist Freizeitfussballer oder Skatspieler, Nachbar usw.

        Diese Selbstdarstellung leistet die Liebe - ist also eine spezielle Form der Kommunikation.
eine andere Formulierung dieses “Sacherhalts lautet:
Liebe ist das Glück des anderen

Dies alles steht größtenteils bei Precht in seinem Buch “Wer bin ich - und wenn ja wie viele?”

Ich frage mich dann nur.......wenn das alles ist, was Liebe ausmacht, was ist das dann wenn man vor Sehnsucht nach jemandem vergeht?

Ist Liebe von Dauer? Alles Neue erregt, alles Überraschende stimuliert. Unwahrscheinliches erregt mehr als Wahrscheinliches.
Unsicherheit irritiert.
Unsere Gehirne fürchten die Langeweile. Schon aus diesem Grund, so scheint es, lieben sie die Liebe.
Perfekt abgestimmte Erwartungserwartungen :-) sind zuverlässig, aber sind nicht eben prickelnd. Sie blenden genau die
Unwahrscheinlichkeit aus, die den Reiz ausmacht. Die romantische Idee der Liebe als Einheit von Gefühl, sexuellem Begehren und
Tugend, ist deshalb immer eine Überforderung.

In einem aktuellen Song heißt es “Ich bin auf der Suche nach 100 %...........so soll es sein, so kann es bleiben, so hab ich es mir gewünscht.”
                                             100% zu wollen ist paradox.
 

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