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Was ist Moral?
Was ist Moral? Sich moralisch zu verhalten bedeutet, sich gut zu anderen Menschen zu verhalten. Und. Es ist die “Gesellschaft” die Moral hervorbringt, weil sie sie braucht. Die “Gesellschaft” braucht Regeln dafür was ihre Mitglieder für “richtig oder falsch” anzusehen haben, damit die Gesellschaft “funktioniert”. Zum Beispiel ist unser Rechtsstaatssystem aus moralischen Grundsätzen aufgebaut. Moral ist immer auch eine Frage der kulturellen Sensibilisierung. Bei Moral geht es um solche Dinge wie Zuneigung, Rücksicht, Fürsorge, den Umgang mit Aggressionen, Misstrauen, Egoismus, den Umgang mit Eigentumsrechten und den Umgang mit Sexualität.
Ist Moral angeboren oder anerzogen? Der Mensch ist ein moralbegabtes Tier. Wir besitzen sowas wie eine “moralische Intuition” - ein Gefühl das uns sagt “das ist richtig oder das ist falsch”. Die Fähigkeit zur Moral ist angeboren, aber wie weit, lässt sich nur schwer sagen. Und. Wie stark der Einzelne davon Gebrauch macht, ist sehr weitgehend eine Frage der Selbstachtung, und diese wiederum eine Frage der Erziehung. Menschen sind weder gut noch schlecht - sie sind zu beidem fähig, und das eine ist so natürlich wie das andere.
Beeinflussen uns andere Menschen in unserer Moral? Ich finde, das hängt davon ab wie stark unser Selbstvertrauen und Selbstbewußtsein ist. Je unsicherer wir sind, desto mehr erscheint uns das richtig zu sein was andere für richtig halten. Und je mehr Menschen einer Meinung (Moral) anhängen, desto glaubwürdiger erscheint uns das.
Moralische Empfindungen haben zur Basis, dass normale Menschen sich in andere hineinversetzen können (Empathie). Bestimmtes Verhalten kann “ansteckend” wirken, z.B. Lachen, Gähnen oder auch die Körperhaltung des Gesprächspartners. Und wir können beim Betrachten eines Films Gänsehaut bekommen oder weinen. Die Nervenzellen, die beim passiven Nachvollziehen die gleichen Reaktionen im Gehirn auslösen wie beim tatsächlichen Handeln, nennen die Hirnforscher Spiegelneurone. Sie kommen nicht überall im Gehirn vor, sondern nur in bestimmten Gebieten. Testpersonen deren Spiegelneurone sich besonders aktiv zeigten, waren auch besonders talentiert darin sich in andere Personen hineinversetzen zu können. Eine Konsequenz daraus ist Mitgefühl.
Was hat Altruismus mit Moral zu tun? Die Amygdala ist eine Region im Gehirn, deren linke Seite für gute Laune und Lust und deren rechte Seite für Furcht und Unlust verantwortlich zeichnet. Freundliche Gesichter reizen die linke Seite. Finstere oder drohende Gesichter reizen die rechte Seite. Mit Altruismus bezeichnet man den Drang der Menschen anderen zu helfen, eventuell bis zur Selbstaufopferung. Es erfüllt uns mit Freude, wenn wir ein weinendes Kind beruhigen, es umarmen und streicheln und es vielleicht sogar wieder zum Lachen bringen können. Die resultierende Belohnung im Gehirn durch die Reizung der linken Seite der Amygdala fördert den Altruismus. Moralisches Verhalten ist ein komplexer Altruismus, der sowohl aus Gefühlen als auch aus Abwägungen besteht. Von Edith Piaf stammt der Ausspruch “Moral ist, wenn man so lebt, dass es gar keinen Spaß macht, so zu leben”.
Im TV hat jemand mal einen Ausspruch gemacht, der mir auch hängen geblieben ist: “Die Geschlechtsorgane selbst sind amoralisch.” Natürlich ein unstimmiger Satz - aber man merkt wie es gemeint ist.
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