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Die Evolution unseres Gehirns
Unser Gehirn hat etwa hundert Milliarden Nervenzellen und dazwischen gibt es so viele Verbindungen wie der Amazonas-Regenwald Blätter hat. Eine bekannte Behauptung ist dass vieles davon gar nicht genutzt wird. Heute vermutet man aber, dass diese scheinbare “Überkapazität” für das komplizierte Sozialleben nötig geworden ist. Und ausserdem muss noch berücksichtigt werden, dass unser Gehirn kein Schachcomputer ist, der ständig auf der höchsten Schwierigkeitsstufe läuft.
Um zu verstehen wie wir funktionieren kommt man nicht drumrum sich mit diesen zirka 1,5 kg die wir im Schädel haben zu befassen.
Entwicklungsgeschichtlich war da zuerst das was man das “Reptiliengehirn” nennt. Hier befinden sich angeborene Instinkte, es ist wenig lernfähig und untauglich für alles Soziale.
Danach entwickelte sich das “limbische System”. Hier sollen nicht nur Triebe und Emotionen zuhause sein, sondern auch der Beginn von Bewusstsein und Gedächtnis.
Der neueste Gehirnteil ist der “Neocortex”. Der Sitz von Vernunft, Verstand und Logik.
Neuroplastizität besagt, dass unser Gehirn flexibel ist. Es ist noch nicht lange her, da glaubte man nur in der frühen Kindheit können neue Nervenzellen und neuronale Schaltkreise entstehen. Das erwachsene Gehirn hingegen galt als fest verdrahtet und starr. Im Unterschied zu normalen Körperzellen können sich Neuronen nämlich nicht teilen. Seit einigen Jahren weiss man, dass aus neuronalen Stammzellen ständig neue Hirnzellen entstehen können. Die Neuroplastizität bestätigt, dass der Mensch die Fähigkeit besitzt sein Gehirn willentlich zu verändern. Durch Denken kann der Mensch die Materie seines Gehirns verändern. Diese Erkenntnis lässt vermuten, dass die Hirnforschung und die Spiritualität der Buddhisten gar nicht so weit auseinanderliegen, denn die Buddhisten vertreten, wie man weiss, die Auffassung, dass das Selbst (= das Ich) kein stabiler Zustand ist, sondern sich in ständigem Fluss befindet. Die Hirnforscher haben herausgefunden, dass die Aufmerksamkeit bei der Neuverdrahtung eine Schlüsselrolle zu spielen scheint. Was ja wiederum nichts anderes ist als das was die Buddhisten in der Meditation trainieren.
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